Die Zahl der Gebärmutterentfernungen nimmt seit einigen Jahren wieder deutlich zu. Selbstverständlich sind Operationen bei Tumorerkrankungen und manchen Myomformen wichtig und sinnvoll. Dennoch nimmt heute die Zahl der ‚prophylaktischen‘ Operationen zu. Viele Frauen werden zu einer Operation gedrängt. Dabei ist mit dieser nicht nur ein gesundheitliches Risiko durch den chirurgischen Eingriff gegeben, sondern oft treten danach auch die Wechseljahre bis zu 4 Jahre früher ein, manche Frauen bekommen psychische Schwierigkeiten, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen. Die weibliche Mitte fehlt plötzlich ein Stück weit.
Besonders bei Myomen wird oft zur Entfernung der Gebärmutter geraten. Dabei ist laut Leitlinie hier in der Regel keine Operationsindikation notwendig. Myome bilden sich in der Menopause durch den Mangel an Östrogen zurück. Da sie vor der Menopause sehr groß werden können sind hier manchmal Operationen indiziert. Eine komplette Hysterektomie ist jedoch nicht notwendig und sollte vor allem nicht überstürzt durchgeführt werden.
Wird die Entscheidung für eine Hysterektomie getroffen, sollte die Erhaltung des Gebärmutterhalses diskutiert werden. Dieser hat wichtige Funktionen für die Scheidendynamik und den Beckenboden. Er erhält das Scheidengewölbe und beugt einer Inkontinenz vor. Noch dazu ist das Nervengeflecht an dieser Stelle sehr aktiv und spielt eine Rolle für sexuelle Empfindungen und für die Schleimbildung. Selbstverständlich muss die Frau, bei der der Gebärmutterhals erhalten wurde regelmäßig zu Krebsvorsorgeuntersuchungen gehen, damit evtl. Vorstufen des in diesem Alter seltenen Gebärmutterhalskrebs erkannt und therapiert werden können.
Jede Frau sollte sich in Ruhe informieren (z.B. durch Frauengesundheitszentren, pro familia, Ratgeber) und sich einen Arzt oder eine Ärztin suchen, mit dem das weitere Vorgehen besprochen werden kann. (GPSP, 3/2013)