Berührung ist lebenswichtig, doch ist sanfte oder feste Berührung besser? Wie wirkt welcher Druck? Mit diesen Fragen befasste sich die  SZ am 14.7.2014. Sehr sanfte Berührung kann demnach Stress auslösen und völlig kontraproduktiv wirken. Kräftiger Druck hingegen beruhigt und senkt die Stressantwort des Körpers. Nun gibt es aber Therapien, die speziell mit sehr sanftem Druck arbeiten. Dazu ist zu sagen, dass bei diesen Berührungsformen grundsätzlich Behandler und Klient aufeinander eingestellt sein müssen und dass der Behandler sehr gut mit sich selbst verbunden und sich selbst bewusst sein sollte. Dann gilt es mit maximaler Berührungsfläche und minimaler Festigkeit zu arbeiten, um Erinnerungen und Erfahrungen aus tieferen Hirnbereichen zu lösen und zu heilen. Je größer die Stresserfahrungen des Patienten, umso fester sollte die Berührung sein, um Sicherheit zu geben und nicht zu viel darunter liegende Themen zu schnell zu lösen. Will man in diesen Tiefenschichten arbeiten, dann ist auch eine sehr starke Verlangsamung der Bewegung und ein genaues Abstimmen auf den Patienten sehr wichtig. Gerade sanfte Berührung, wie wir sie in der Atemtherapie, der Osteopathie, der Schmetterlingsmassage und anderen Körpertherapien kennen, kann dann sehr heilsam in Tiefenschichten wirken, da sie direkt den Weg in Mittelhirn öffnet, in dem alle Erfahrungen gespeichert sind. Es aber unerlässlich, diese Arbeit unter Anleitung zu üben (Buchempfehlung: Bindung durch Berührung, Mechthild Deyringer).

Forscher aus allen Bereichen sind sich einig darüber, dass Körperkontakt und Nähe Heilungsprozesse fördern und unterstützen und sehr viel häufiger eingesetzt werden sollten.

Dr. Samuel Hahnemann hat sich am Ende seines Lebens intensiv mit der Wirkung einer damals üblichen „Berührungstherapie“ beschäftigt und vielleicht war er auch in diesem Punkt der Medizin weit voraus.