Die Blinddarmentzündung ist bis heute oft ein Chamäleon in der modernen Medizin. Obwohl wir dieses Krankheitsbild ausgesprochen gut kennen- erkennen wir es oftmals nicht. Aufgrund uneindeutiger Symptome oder untypischen Symptomen, wie Rückenschmerzen o.ä.
Bei Kindern ist das dann oft noch etwas komplizierter- genaue Symptomenschilderungen sind rar, eine Anamnese schwierig und eine Blinddarmentzündung kann sich bei Kindern auch mal einzig und alleine in Form von Übelkeit und Erbrechen zeigen.
Hier also ein paar Tipps aus der Klinik. Ein Leitsatz heißt hier: "ein hungriges
Kind hat keine Appendizitis". Bei der Appendizitis beginnen die Schmerzen typischerweise im Epigastrium und wandern dann Richtung rechter Unterbauch. Ein Kind mit Appendizitis hat in der Regel keinen Hunger, später kommt dann auch noch Übelkeit und Erbrechen hinzu. Außerdem verweigern Kinder mit Appendizitis möglichst jede Bewegung und besonders Erschütterungen, da diese besonders schmerzhaft sind. Anzumerken ist auch, dass die Bauchschmerzen hier vor dem Fieber auftreten. Gegen eine Appendizits spricht: Kind bewegt sich frei, möchte sich nicht hinlegen, schreit und zappelt. Auch hier sei gesagt, dass es natürlich immer Ausnahmen gibt. Der Therapeut ist hier zu einer sorgfältigen klinischen Untersuchung und zu genauer Beobachtung aufgefordert. Zur klinischen Untersuchung zählen auch beim Kind die Druckpunkte Mc Burney, Lanz, Blumberg und Psoas. Generell gelten Schmerzen im Bereich des Sherren-Dreiecks (Bauchnabel- Spina iliaca ant. sup.- Mitte zwischen den Beckenkämmen) immer als verdächtig. Manchmal kann es auch hilfreich sein, das Kind auf einem Bein hüpfen zu lassen. Kinder mit Appendizitis schaffen das i.d.R. nicht. Mit einigen kleinen Tricks, sollte es den meisten Therapeuten somit gelingen Hinweise auf eine Appendizitis beim Kind zu diagnostizieren.