Für Menschen mit Heuschnupfen wird die Allergiezeit immer belastender. Forscher beobachten, dass sich der Pollenflug verändert – und zudem auch die Reaktionen darauf.

Es gibt kaum noch eine „pollenfreie Zeit“
Mediziner und Heilpraktiker stellen zunehmend fest: Es gibt heute fast keinen Tag mehr im Jahr ohne Pollen.
Mehr Pollen durch Luftverschmutzung
Seit Anfang der 2000er Jahre zeigt sich ein linear steigender Trend für die acht wichtigsten Pollenarten – bis auf Beifuß und Roggen. Messstationen vom Zentrum Allergie und Umwelt der TU München und Helmholtz Munich bestätigen den insgesamt steigenden Trend sogar weltweit.
Bei Pollenallergien ist relevant, dass Luftschadstoffe die körpereigenen Barrieren verändern – zum Beispiel beim Heuschnupfen die Nasenschleimhaut, die die Pollen normalerweise herausfiltert. Sie kann sich durch Feinstaub entzünden oder „undichter“ werden, sodass wir uns selbst weniger gut gegen Pollen schützen können.

Studien zeigen deutlich, dass Luftschadstoffe gesundheitsschädlich sind. Sie können etwa Husten und Atemnot verursachen und sogar ins Blut gelangen.
Die Pollen fliegen ausserdem länger, es werden mehr Pollen und es kommt noch ein Effekt dazu, der mit Umweltfaktoren zusammenhängt: Die Pollen selbst verändern sich. Sie werden aggressiver.
Das was Pollen für uns Menschen überhaupt zu Allergieauslösern macht, sind Eiweiße, die sie bilden, die sogenannten PR10-Proteine. Diese Eiweiße bildet das Immunsystem des Pollen, um sich gegen Schädlinge oder Umweltstress zu wehren. Aber sie sind auch genau der Teil, der bei uns die Allergie auslöst. Deshalb heißen die Proteine auch Allergene.
Was machen Allergene?
Eine Allergie ist eine überschießende Immunreaktion auf Substanzen (Allergene) wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Nahrungsmittel oder Insektengift. Das Immunsystem bildet dabei IgE-Antikörper. Körperzellen setzen Histamin frei – es kommt zu Symptomen wie Niesen, Juckreiz, Augentränen, Asthma oder Hautreaktionen.
Was können wir gegen allergische Reaktionen tun?
Bevor man zur Medizin greift, können verschiedene natürliche Mittel, die richtige Ernährung und Vitalstoffe zum Einsatz kommen. Damit kann man sein Immunsystem stärken und Symptome lindern. So kann die Pollensaison für den Betroffenen erträglicher werden.
Vorbeugend und begleitend kann man seinem Körper mit verschienenen Maßnahmen helfen:
1. Gesunde Ernährung

- Eine gesunde Ernährung sollte Vitalstoff-haltig, abwechslungsreich und, vor allem, mit frisch zubereiteten natürlichen Nahrungsmitteln ohne künstlich industrielle Zusatzstoffe sein.
- Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt sollten gemieden werden. Konservierte Lebensmittel, Rotwein, gereiften Käse, geräucherte, eingelegte, gepökelte, luftgetrocknete Fleisch-Fisch und Wurstwaren, Soja, Fertiggerichte, Ketchup, Tomatensaft, Schokolade, können die Symptome der Pollenallergie noch verstärken.
2. Basistipps zur Vermeidung von Pollenbelastung:
- Mit Pollenfiltern an den Fenstern kann man lüften, ohne dass Blütenpollen in die Wohnung gelangen.
- Die Fenster im Auto während der Fahrt geschlossen halten und Pollenfilter ins Auto einbauen.
- Täglich duschen! Pollen sammeln sich über den Tag in Kleidung, Haut und Haaren an. Getragene Kleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen und gewaschene Wäsche nicht draußen im Freien trocknen.
- Wenn es gerade geregnet hat, ist es angenehmer, sich draußen aufzuhalten. Pollen und Staub wurden durch den Regen dann weitgehend aus der Luft gefiltert.
- Regelmäßig putzen! Allergiker sollten glatte Flächen sowie Böden regelmäßig feucht abwischen und zum Staubsaugen einen speziellen Allergiker-Staubsauger benutzen.
- Brille statt Kontaktlinsen! Pollen können an der Oberfläche der Kontaktlinse kleben bleiben und die Augen zusätzlich reizen. Manche Menschen lindern ihre Symptome durch das Tragen einer Brille sowie einer Sonnenbrille.
- Für Pollenallergiker eignen sich Reiseziele im Hochgebirge, das Meer oder küstenferne Inseln.
3. Das Immunsystem stärken:
Verschiedene Vitalstoffe können zur Unterstützung des Immunsystems eingenommen werden.
Beispielsweise sind Vitamin C, Quercetin, Zink und Vitamin B6 natürliche Antihistaminika, sie hemmen die Ausschüttung von Histamin. Histamin, das bei Allergikern immer dann vermehrt ausgeschüttet wird, wenn sie mit Allergenen in Kontakt kommen.
Andere hilfreiche Nahrungsergänzungen sind OPC, AHCC, Vitamin B3, Omega 3-Fettsäuren, Vitamin D, MSM, Probiotika, Curcuma, Bromelain, Folsäure, Beta-Glucan, Propolis, Vitamin E, Vitamin A, Spirulina, Chlorella, Mariendistel, Weihrauch, Ribes Nigrum.
Die Einnahme sollte individuell mit dem Heilpraktiker und/oder Ernährungsberater abgestimmt werden.
Bei bestehender Allergie können natürliche Hausmittel angewendet werden:
- Heilpflanzenauszüge aus Augentrost (Euphrasia officinalis). Das Kraut hat eine beruhigende Wirkung auf Augenbeschwerden. Kompressen mit Augentrost helfen gegen juckende, brennende, gerötete Augen
- In natürlich gewonnenem Honig sind von Natur aus Pollen von regionalen Pflanzen und Bäumen enthalten. Durch den Verzehr des Honigs gewöhnt der Körper sich nach und nach an den Umgang mit den Pollen aus der Umgebung und wirkt so als natürliches Mittel gegen Pollenallergien.
- Nasenspülung und Inhalation mit Salzwasser, Vollbäder mit Pfefferminz, Eukalyptus, Salzwasser, Kühle, viel Wasser (oder Heiltee) trinken, um die Ausscheidundsreaktionen zu unterstützen.
Verschiedene Homöopathische Mittel können, je nach individuellen Symptomen, zur Behandlung eingesetzt werden. Hier ist eine Auswahl von bewährten Akutmitteln mit den jeweiligen, wichtigsten Symptomen:

Allium cepa C30: Fließschnupfen wie beim Zwiebelschneiden. Wässriger, brennender Ausfluss aus Nase, milder aus Augen. Pollenallergie im Frühjahr. Dosierung: 2 Globuli 3× täglich in der Pollensaison.
Euphrasia C30: Brennende, tränende Augen als Hauptsymptom; milder Nasenausfluss. Lichtempfindlichkeit. Dosierung: 2 Globuli 3× täglich.
Histaminum C30: Generell bei allen allergischen Reaktionen. Wie eine Art homöopathisches Antihistaminikum. Dosierung: 2 Globuli 3× täglich akut.
Sabadilla C30: Heftige Niesanfälle in Serien, wässriger Schnupfen, Augenbrennen. Besserung durch Wärme. Dosierung: 2 Globuli 3× täglich.
Einige Hinweise für die Selbstanwendung von Homöopathie:
Nur leichte bis mittlere Beschwerden sollten im Rahmen einer Selbstmedikation homöopathisch behandelt werden. Allergische Beschwerden mit Atemnot oder anaphylaktischen Symptomen gehören in professionelle Hände!
Die Einnahme der Arzneien erfolgt je nach Bedarf, d.h. keine Dauereinnahme in beschwerdefreier Zeit.
Keine Verwendung von Hochpotenzen (höher als C30). Ideal für Laien sind Potenzen zwischen D6 und D12.
Bei unerklärlichen neuen Symptomen die Arznei absetzen und ggf. Unterstützung eines professionellen Behandlers einholen.
Wenn Arzneien in akuten Situationen keine kurzfristige Linderung bewirken, ist die Arznei meist nicht passend.

Die chronische Behandlung gehört in die Hände professioneller Therapeuten.
Hilfreich ist ein gutes Grundverständnis zu homöopathischen Prinzipien, auch wenn man in homöopathischer Behandlung ist. Dazu unser „Schnupperkurs“ für Einsteiger und engagierte Laien.
Wir wünschen einen gesunden und Allergie-freien Start in die Frühjahrs- und Sommersaison!
